Geschichte der Diakonie

Die Geschichte der Diakonie und der Diakonisse hat eine lange Tradition.
Ihre Wurzeln reichen zurück bis in das Neue Testament. Dort wurden aus dem Griechischen die Begriffe übernommen und gefüllt.

Plastik von Schwester Traudel Greis im Foyer unserer Kirchhalle
Plastik von Schwester Traudel Greis im Foyer unserer Kirchhalle

In der griechischen Umgangssprache nannte man einen Boten, der zum Beispiel zu Tisch diente, einen diakonos. Diese Umschreibung des Dienens wurde im Neuen Testament aufgenommen. Jesus bezeichnet sich dort selbst als Dienenden.
(Lukas Kapitel 22, Vers 27: "Denn wer ist größer: der zu Tisch sitzt oder der dient? Ist's nicht der, der zu Tisch sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener.")

Und jeder, der an Jesus glaubt, ist zum Dienen berufen.
(Markus Kapitel 9, Vers 35: "Und er - Jesus - setzte sich und rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn jemand will der Erste sein, der soll der Letzte sein von allen und aller Diener.")

Diakonissen vor 2000 Jahren
In der christlichen Urgemeinde in Jerusalem wurde das Wort diakonos gebraucht für Männer und Frauen, die bedürftigen Menschen halfen. Die Frauen übernahmen damals Dienste bei der Krankenpflege, Taufe und beim Abendmahl. In diesem Zusammenhang berichtet das Neue Testament von einer Christin namens Phöbe, die als diakonos tätig war.
(Römer-Brief, Kapitel 16, Vers 1: "Ich befehle euch unsere Schwester Phöbe an, die im Dienst der Gemeinde von Kenchreä ist.")
Ab 325 n. Chr. erhielten diese Frauen die Bezeichnung Diakonisse.
Später wurden zahlreiche diakonische Aufgaben durch Klöster und Ordensgemeinschaften ausgebaut und weitergeführt.

Diakonissen im 19. Jahrhundert
Durch die beginnende Industrialisierung lebten die Arbeiterfamilien an der Armutsgrenze. Erwachsene und Kinder starben durch unzumutbare Arbeits- und Lebensbedingungen. Ärztliche Hilfe und medizinische Versorgung waren für sie unbezahlbar.
Theodor Fliedner und seine Frau Friederike nahmen sich der Notlage dieser Zeit an. Sie gründeten 1836 die "Bildungsanstalt für evangelische Pflegerinnen". Nach diesem Vorbild entstanden weitere christliche Verbände. Deren Zielsetzung war es, unverheiratete Frauen, die sich von Gott zum Dienst als Diakonisse berufen wussten, geistlich zu unterweisen und als Pflegerinnen auszubilden, um sie zur Kranken- und Kinderpflege und Evangelisation in der Bevölkerung einzusetzen.
Mit dem gleichen Anliegen wurde 1899 das Evangelische Gemeinschafts-Schwesternhaus in Borken/Ostpreußen gegründet. Dort liegen die Wurzeln des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbandes, zu dem u.a. die Schwesternschaft des Diakonissen-Mutterhauses Bleibergquelle gehört.